Scheidungsanwälte: So unterschiedlich ist die Aufgabenlast

In Deutschland ist eine Scheidung ohne Anwalt nicht möglich. Allerdings ist es auch nicht so, dass jede noch so kleine Entscheidung rechtlich betreut werden muss. Das führt immer wieder dazu, dass Privatpersonen keine genaue Vorstellung davon haben, welche Leistungen sie bei einem Scheidungsanwalt in Anspruch nehmen können und sollten.

Scheidungsanwälte: So unterschiedlich ist die Aufgabenlast

Eine vernünftige und zuverlässige Einschätzung der zu erwartenden Aufgaben für den Scheidungsanwalt ist extrem wichtig. Natürlich auch aus Sicht des Anwalts selbst. Je besser alle Seiten über Anforderungen und Möglichkeiten während eines Scheidungsprozesses informiert sind, umso reibungsloser kann die Scheidung ablaufen. Es ist somit auch im Sinne der Anwälte, ihre Mandanten rechtzeitig aufzuklären.

Die fachlich korrekte Scheidung

Der Grund dafür, dass Scheidungen nicht vollständig privat geregelt werden können, ist das Einreichen des Antrags beim Familiengericht. Dies kann nur durch einen Anwalt geschehen. Dass der Antrag dabei fachlich sauber ist und alle nötigen Informationen enthält, sollte selbstverständlich sein. Trotzdem gibt es noch immer Mandanten, die hier eher schludrig agieren wollen.

Ein Scheidungsanwalt hat daher die Aufgabe, die rechtlichen Voraussetzungen für eine Scheidung zu kommunizieren. Dazu gehört in Deutschland das sogenannte Trennungsjahr. Wird dieses nicht eingehalten, kann ein Antrag auf Scheidung abgewiesen werden – was Kosten verursacht. Viele Mandanten wollen allerdings schneller geschieden werden. Dies kann nur bei besonderen Härtefällen geschehen.

Ein Scheidungsanwalt ist also nicht nur Pflicht für die Antragsstellung, sondern auch eine sinnvolle Investition. Mittlerweile kann ein Großteil der Kommunikation online geschehen, allerdings spricht auch einiges dafür, einen Anwalt aus der Nähe zu wählen. So können Scheidungswillige in Sachsen beispielsweise auf einen erfahrenen Anwalt aus der Region setzen: Scheidungsanwalt Leipzig und Umgebung.

Streitklärung und weitere Aufgaben

Viele Ehen werden einvernehmlich geschieden. Somit ist es vor allem die korrekte Antragsstellung, die vom Anwalt übernommen wird. Gleichzeitig wird aus einer vermeintlich einvernehmlichen Trennung schnell ein Streitfall. So kommt es dann beispielsweise dazu, dass nicht mal mehr das Trennungsjahr eingehalten werden soll. Eine Ausnahme ist in Deutschland nur unter speziellen Umständen möglich. Der Härtefallantrag muss also wasserdicht sein. Ohne einen erfahrenen Anwalt für Familienrecht ist das selten von Erfolg gekrönt.

Außerdem kann es natürlich immer sein, dass beide Ehepartner einen Anwalt beauftragen und es Streitpunkte gibt. Am häufigsten geht es hier um das Sorgerecht für gemeinsame Kinder und finanzielle Aufwendungen. Sobald die Scheidung nicht mehr einwandfrei einvernehmlich ist, steigt die Aufgabenlast für den Anwalt.

Je früher eine sachliche und fachgerechte Einschätzung der Lage geschieht, umso schneller kann ein Anwalt arbeiten. Es ist somit im Sinne des Mandanten und des Anwalts, keine Informationen zurückzuhalten. Außerdem muss klar sein: Sobald es um mehr als eine einfache Antragstellung geht, sollte nur auf hochqualifizierte Anwälte gesetzt werden.

Der Scheidungsanwalt muss ein Alleskönner sein

Gute Scheidungsanwälte sind Experten auf zahlreichen Fachgebieten. Das ist für Scheidungswillige extrem wichtig zu wissen, damit sie einen Anwalt (beziehungsweise eine Kanzlei) wählen, bei dem sie das volle Leistungspaket erhalten. Erbrecht, Arbeitsrecht und Strafrecht können bei einer Scheidung relevant werden.

Besonders häufig sind es die Unterhaltsfragen, die zu großen Streitigkeiten führen. Auch hier gilt: Fachwissen und Erfahrung sind wichtig. Somit zeigt sich, dass die zu erwartenden Aufgaben für den Scheidungsanwalt so früh wie möglich überblickt werden sollten. Denn das Einreichen eines Antrags auf Scheidung nach einem Trennungsjahr ist etwas völlig anderes als die Klärung von Streitfragen über Unterhalt oder Sorgerecht.